Skandal um Wiesenhof – mal wieder

http://www.stern.de/tv/sterntv/tierquaelerei-bei-wiesenhof-maester-lebendig-in-den-muell-geworfen-2055073.html
Skandal bei Wiesenhof

Auf den Beitrag möchte ich dieses mal nicht näher eingehen, solange man nicht nur auf die RTL Mittelungen hört ist alles gesagt. Ausser noch ein Statement von Wiesenhof:
„In einer schriftlichen Stellungnahme beteuert Wiesenhof: „Bei Verstößen gegen die Vorschriften des Tierschutzgesetzes waren und sind wir kompromisslos und ziehen die notwendigen Konsequenzen.“ Man führe regelmäßig „unangemeldete Überprüfungen des Ausstallungspersonals durch eigene Mitarbeiter“ durch. Im Rahmen dieser Kontrollen sei es auf beiden genannten Farmen auch schon zu personellen Konsequenzen gekommen. Der Konzern kündigt an, dass ab Oktober 2013 die schrittweise Einführung von automatisierten, tierschonenderen Verladesystemen von Puten geplant sei.“ – http://www.swr.de/landesschau-aktuell/tierquaelerei-wiesenhof-report-mainz/-/id=396/vv=teaser-12/nid=396/did=11928310/1eb5707/
Vielmehr bin ich an den Folgen interessiert:

Die Leute rufen zum Boykott von Wiesenhof auf, wundern sich, sind verständnislos und verärgert.
Doch wo ist hier die Schuld zu suchen?

#Heute in des Zuckers Blog: Wir basteln eine Schuldkette#

Also fangen wir ganz von vorne an und schauen mal, wer am Ende die Schuld an dem Mist trägt.
Gibt man Wiesenhof bei Google ein, springt einem zuerst die Zeile „Tiere landen im Müll“ ins Gesicht. Kurz darunter „Geflügelmarke Nr. 1“.
Wir können nun erst einmal Wiesenhof die Schuld geben:
Immerhin geht es um deren Lieferanten, immerhin könnte Wiesenhof schärfer kontrollieren. Man könnte mehr Leute einstellen die den Mastbetrieben auf die Finger schauen. Wird sich aber am Ende im Preis der Produkte auswirken und das wollen wir ja auch nicht.
Also gehen wir einen Schritt weiter und schauen uns den Zulieferer an:
Immerhin hat der diesen Mist gebaut und da ist es mit regelmäßigen Kontrollen alle halbe Jahre auch nicht getan. Und so etwas ist auch kein Einzelfall, in jeder Produktionskette haben wir irgendwo ein schwarzes Schaf. Muss ich nun auch mein liebstes Eiscafe boykottieren, weil ihre Milch, zur Herstellung des Eises, im Lager des Supermarkts auf einer Palette stand, bei deren Herstellung ein Baum gefällt wurde und damit der Nistplatz eines Vogels zerstört wurde?
Nein, denn wie Wiesenhof, ist sich der Betreiber des Eiscafes darüber nicht bewusst. Genauso wie der Hersteller der Palette. Bis es eben rauskommt und im Falle Wiesenhof die Reaktion lautete: Kündigung aller Verträge, Strafanzeige.
Und da wir nun die Punkte Lieferant und Hersteller abgearbeitet haben, kommen wir zu dem letzten:
Dem Verbraucher:
Leute die im Discounter Fleisch für die ganze Woche für 5 Euro kaufen, sind Leute die sich über Lebensmittelskandale aufregen und wundern. Denn jeder hätte gerne täglich mindestens einmal sein Fleisch auf dem Teller. Und da rede ich nicht von der Wurst auf dem Brot.
Wir drängen die Hersteller dazu möglichst billig zu produzieren. Denn wir wollen kaufen – möglichst billig. Zusätzlich wollen die Hersteller wettbewerbsfähig bleiben, sich gegen Konkurrenz behaupten, müssen ihre Mitarbeiter vergüten, Transport und Herstellungskosten sowie der Einkauf der „Rohwahre“ wollen bezahlt werden und irgendwo will man ja auch noch Profit machen – was keinem Unternehmen übel zu nehmen ist. Und dann können regelmäßige Kontrollen wegfallen. Nicht aus einer bösen Absicht heraus, auch nicht aus fahrlässigkeit. Sondern um Kosten zu sparen, im schlimmsten Fall niemanden entlassen zu müssen und vielleicht aus Vertrauen?
Aber es gibt es ja auch unabhängige Kontrollen und das Veterinärsamt. Wo Wiesenhof noch weniger seine Finger im Spiel hat. Oder eben ein Tierschützer der in einer Nacht- und Nebelaktion mal einen Masthof besuchen geht.

Also, wundert euch nicht über Lebensmittelskandale, wir führen sie herbei. Alternativen? Den Sonntagsbraten wieder zu etwa besonderem machen, mehr oder minder das einzige Fleisch in der Woche. Verzichten. Öfters mal zum örtlichen Metzger gehen und dafür etwas mehr bezahlen und zusätzlich noch die regionale Wirtschaft unterstützen als am Ende total verständnislos zu sein warum denn nun zum xten mal ein Hof der Massenproduktion, durch die ständig runtergedrückten Preise durch die Käuferschaft, Handlungen jenseits der Moral und Legalität durchführt.

Zucker (der für Tierschutz und für gesundenen Menschenverstand ist)

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